
Warum wir die Heizgeräte für Badezimmer einer „Dampfkammer“ aussetzen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind im Grunde genommen Folterkammern für Elektronikgeräte. Durch den dichten Dampf, die ständigen Spritzer von Wasser sowie die plötzlichen Temperaturschwankungen von eisig kalt bis saunawarm innerhalb von zehn Minuten wird es für jedes Heizelement zur Qual.
Wenn eine Dichtung auch nur einen kleinen Mengen an Feuchtigkeit durchlässt, geht die Lampe kaputt oder es kommt zu Kurzschlüssen. So einfach ist das. Deshalb verlassen wir uns nicht einfach auf Angaben wie die IPX4-Klassifizierung – wir bringen jedes Gerät stattdessen durch strenge Prüfungen unter feuchtheißem Druck.
Der Kampf gegen Feuchtigkeit
IPX4 klingt zwar beeindruckend, bedeutet aber eigentlich nur, dass das Gerät Spritzwasser aus allen Richtungen standhalten kann. Doch dabei reicht eine Kunststoffabdeckung nicht aus. Wir kümmern uns besonders darum, wo die Heizelemente mit dem Gehäuse in Berührung kommen. Wasser drängt gerne durch winzige Ritzen – wir nennen das Kapillarwirkung. Wenn ein Tropfen Wasser auf einen extrem heißen Quarztubus trifft, kann das Glas buchstäblich zerbrechen. Um das zu verhindern, verwenden wir spezielle Dichtungen und Klebstoffe. Ziel ist es, das Innere des Geräts trocken zu halten, während gleichzeitig die Wärme abgegeben werden kann, damit man warm bleibt.
Simulation von Jahren der Feuchtigkeit in wenigen Tagen
Um sicherzustellen, dass diese Geräte tatsächlich lange halten, setzen wir sie in Kammerungen, die jahrelange Feuchtigkeit und Dampfsituationen nachahmen. Dabei werden alle Prüfungen in nur wenigen hundert Stunden durchgeführt. Wir schalten die Heizgeräte immer wieder ein und aus – dadurch müssen die Materialien sich ausdehnen und zusammenziehen. Wir suchen nach Anzeichen dafür, dass eine Dichtung versagt. Wenn eine Dichtung in unseren Tests versagt, wird sie sicherlich auch in Ihrem Badezimmer versagen. Wir überprüfen außerdem, ob es zu Lecks oder Rost an den Kontaktstellen kommt. Wenn ein Gerät diesen Tests nicht standhält, darf es die Fabrik nicht verlassen.
Das Gleichgewicht finden
Die Entwicklung dieser Geräte ist eine Art Tauziehen. Hochleistungs-Lampen werden extrem heiß. Man möchte eine feste Dichtung haben, um Wasser fernzuhalten – doch wenn die Dichtung zu fest ist, können die internen Kabel schmelzen, weil die Wärme keine Abfuhr findet. Dies lösen wir durch den Einsatz hitzebeständiger Polymere, die nicht deformieren, wenn es heiß wird.
Ein Hinweis: Diese Geräte sind zwar spritzwassergeschützt, aber nicht wasserdicht. Wenn Sie Ihr Badezimmer überfluten oder das Gerät in eine Wanne tauchen, wird es kaputtgehen. Halten Sie es innerhalb der IPX4-Grenzen – dann ist alles in Ordnung.